Teil 2: Trennverfahren · Kapitel 12 · Quantifizierung und Klausurtraining
Quantifizierung und Klausurtraining
Qualitativ Vor Quantitativ
Qualitative Identifikation in Trennverfahren:
- Vergleich der Retentionszeit mit authentischem Standard;
- Spiken: PeakflÀche des Analyten nimmt bei Zusatz zu;
- zweite SĂ€ule/anderer Detektor;
- MS-Kopplung und Spektrenbibliothek;
- bei komplexen GC-Proben Heart-cut auf zweite SĂ€ule.
Retentionszeit allein ist selektiv, aber nicht spezifisch.
100%-Verfahren
Das 100%-Verfahren dient Reinheitsbestimmungen, wenn der Hauptbestandteil sehr hoch ist und alle Komponenten Àhnlich detektiert werden.
PeakflĂ€che fĂŒr GauĂpeak:
Grenze: Es gibt keine Kalibrierung. Die Methode setzt gleiche oder sehr Àhnliche Detektorresponse voraus. Bei unterschiedlicher Response ist sie unsicher.
Externer Standard

Einpunktkalibration:
Mehrpunktkalibration ist besser, wenn der Arbeitsbereich geprĂŒft werden soll. Die Probe sollte möglichst in der Mitte des linearen Arbeitsbereichs liegen.
ESTD ist geeignet, wenn:
- Standards verfĂŒgbar sind;
- Matrix Àhnlich ist;
- Methode reproduzierbar ist;
- Probenvorbereitung kaum systematische Verluste verursacht.
Interner Standard
Interner Standard kompensiert Schwankungen bei Probenvorbereitung und Messung:
- Extraktionsverluste;
- Verdampfen/Adsorption;
- Derivatisierungsverluste;
- Injektionsvolumen;
- Fluss-/Temperaturschwankungen.
Anforderungen:
- chemisch/physikalisch Àhnlich zur Zielkomponente;
- Ă€hnliche Retentionszeit, aber keine Ăberlagerung;
- Àhnliche Detektorresponse;
- hohe Reinheit;
- inert und in bekannter Menge zugesetzt;
- im linearen Detektorbereich.
Der relative Responsefaktor (RRF) korrigiert unterschiedliche Empfindlichkeiten:
FĂŒr die Probe:
Je nach Definition im Skript kann der RRF auch als Kehrwert auftauchen. Wichtig ist, dass du die verwendete Definition sichtbar hinschreibst und konsistent rechnest.
Standardaddition
Standardaddition wird eingesetzt, wenn Matrixeffekte bestehen oder keine vergleichbare Matrix fĂŒr Standards verfĂŒgbar ist. Die Probe wird aliquotiert und mit bekannten Analytmengen aufgestockt.

Bei Mehrfachzugabe trĂ€gt man Signal gegen zugesetzte Konzentration auf. Die verlĂ€ngerte Gerade schneidet die x-Achse bei (-c_x), falls VerdĂŒnnungen korrekt berĂŒcksichtigt wurden.
Bei einfacher Dotierung musst du immer Volumina korrigieren:
- ursprĂŒngliche Probe wird durch Zusatz verdĂŒnnt;
- Standardkonzentration muss auf Endvolumen bezogen werden;
- Vergleich der Signale setzt LinearitÀt voraus.
TOC-Rechnungen
TOC bedeutet total organic carbon. In Aufgaben wird oft ein bekannter Stoff per GC bestimmt und sein Kohlenstoffbeitrag vom Gesamt-TOC abgezogen.
Schema:
- TC - TIC = TOC, falls beides gegeben ist.
- Bekannten Stoff in mol/L umrechnen.
- Mit Zahl der C-Atome multiplizieren.
- Mit 12 g/mol zu g C/L umrechnen.
- Vom Gesamt-TOC abziehen.
- Rest-C auf gesuchten Stoff zurĂŒckrechnen.
Klausurfalle: TOC ist Masse Kohlenstoff, nicht Masse des MolekĂŒls.
Typische Klausurwege
Phenol in Bodenprobe per ESTD: Standardkonzentration nach VerdĂŒnnung berechnen, Probenkonzentration aus FlĂ€chenverhĂ€ltnis, Extraktvolumen berĂŒcksichtigen, auf Probenmasse beziehen.
ISTD-Frage: nicht nur âkompensiert Fehlerâ schreiben, sondern: Kalibrierlösung enthĂ€lt Zielkomponente und ISTD in bekannten Konzentrationen; Probe bekommt definierte ISTD-Menge vor der Aufarbeitung; Auswertung ĂŒber SignalverhĂ€ltnis und RRF.
Diskriminierungseffekt: Zusammensetzung wird durch Probenaufgabe/Trennung systematisch verÀndert, z.B. Split-Injektion in GC oder elektrokinetische Injektion in CE.
Richtigkeit, Wiederholbarkeit, Reproduzierbarkeit: Richtigkeit trifft Referenzwert; Wiederholbarkeit gleiche Person/GerÀt/Bedingungen; Reproduzierbarkeit verschiedene Personen/GerÀte/Labore.
Abruf-Quiz
Frage 1 / 5ESTD: cStd=20 mg/L, AProbe=45000, AStd=31000. cProbe in mg/L?